Azure DevOps

Eintrag zuletzt aktualisiert am: 14.02.2020


Azure DevOps (ehemals Team Foundation Server und Visual Studio Team Services) ist ein Server für moderne, agile Entwicklungsprozesse (inkl. Continuous Integration und Continuous Delivery) für Softwareprodukte aller Art und mit unterschiedlichen Programmiersprachen, z.B. Java, .NET/C#/VB, C++, nodeJS, PHP, Python, Go und ObjectiveC.

Azure DevOps lässt sich - trotz des Verweises auf "Azure" im Namen - sowohl in der Cloud als auch On-Premise betreiben. Mit Azure DevOps kann man zudem Anwendungen sowohl in Microsoft-Cloud-Dienste und andere Cloud-Dienste als auch lokale Systeme ("On-Premise") verbreiten. Insofern ist der Bezug auf "Azure", den Cloud-Dienst von Microsoft, irreführend und somit kein gute Produktname.

Azure DevOps ist die Nachfolgemarke von Team Foundation Server (TFS) und Visual Studio Team Services (VSTS). Microsoft differenziert durch den Zusatz "Azure DevOps Server" und "Azure DevOps Services" zwischen der lokal installierbaren Version und der Cloud-Version von Azure DevOps.

Dienste in Azure DevOps
1. Boards: Projekt-/Aufgabenmanagement mit Work Items (Szenarien, Anforderungen, Features, Aufgaben, Bugs) verwalten. Es gibt vier verschiedene Vorlagen (Basic, Scrum, Agile, CMMI) mit vorfinierten, aber anpassbaren Aufgabentypen
2. Repos: Quellcodeverwaltung mit Git oder Team Foundation Version Control (TFVC)
3. Pipelines: Build- und Release-Verarbeitungspipelines für Continuous Integration und Continuous Delivery
4. Test Plans: manuelle Tests verwalten
5. Artifacts: Softwarekomponenten-Pakete im NuGet-Format verwalten

Umbenennng am 10.9.2018
Am 10.9.2018 hat Microsoft verkündet: Die beiden Entwicklerwerkzeuge Visual Studio Team Services und Team Foundation Server werden unter der Marke Azure DevOps weitergeführt.

Microsoft hat seine Cloud-Dienste für Entwickler von Visual Studio Team Services (VSTS) in Azure DevOps Services umbenannt. VSTS verwendete Microsoft seit November 2015; zuvor hieß das Angebot Visual Studio Online (VSO). Auch das lokal installierbare Gegenstück zu VSTS, das seit 2005 unter dem Namen Team Foundation Server (TFS) auf dem Markt ist, erhielt ab der Version 2019 einen neuen Namen und heißt nun Azure DevOps Server 2019.

Der Softwarehersteller löst sich demnach ganz von der Marke "Visual Studio" im Titel der Cloud-Dienste, um klarer zu machen, dass diese Dienste sich nicht an Entwickler aus der Welt von C++, .NET, .NET Core und Xamarin richten, sondern für beliebige Programmiersprachen und -umgebungen vorgesehen sind. Zwar öffnete Microsoft bereits in der Version 2015 seine Entwicklungsumgebung Visual Studio für andere Programmiersprachen und bietet mit Visual Studio Code einen plattformübergreifenden Editor an, aber in den Köpfen vieler Softwareentwickler ist der Name "Visual Studio" eng mit Sprachen wie C++, C#, F#, Visual Basic und TypeScript verbunden. Nun nennt Microsoft zwar die Cloud- und Serverangebote um, die Entwicklungsumgebung und der Editor behalten das "Visual Studio" (zumindest vorerst) im Namen.

Dass Microsoft den Begriff "Azure" nun nicht nur für ein Cloud-Angebot, sondern auch eine lokal installierbare Software verwendet, ist nicht ganz neu. Seit Anfang 2016 kann man sich mit Azure Stack die Cloud-Dienste von Microsoft auch im eigenen Rechenzentrum installieren. Microsoft will die Azure DevOps Services nicht offiziell mit ADS abkürzen, denn diese Abkürzung ist bereits seit Windows 2000 Server für die Active Directory Services (ADS) im Einsatz.

Die Einstiegs-URL wandert von https://visualstudio.microsoft.com/team-services/ zu https://dev.Azure.com. Für die von Kunden angelegten Projekte ändert sich die Webadresse von https://Kundenname.visualstudio.com/Projektname zu https://dev.Azure.com/Kundenname/Projektname. Die alten URLs werden aber weitergeleitet.

Bekannte CI-/CD-Dienste
Azure DevOps behält die aus TFS/VSTS bekannten Dienstangebote, die aber neue Namen erhalten:
  • Das Projekt-/Aufgabenmanagement mit verschiedenen Vorlagen (z. B. Scrum) nennt Microsoft zukünftig "Azure Boards".
  • "Azure Repos" bezeichnet nun die Quellcodeverwaltung mit Git oder der Team Foundation Server Version Control (TFVC). Für das proprietäre, von vielen Entwicklern immer noch genutzte Quellcodeverwaltungssystem ist keine Umbenennung angekündigt, sodass auch an dieser Stelle vorerst weiterhin der alte Namen gilt.
  • Die Build- und Release-Verarbeitungspipelines für Continuous Integration und Continuous Delivery erhalten den Namen "Azure Pipelines".
  • Für das Testen gibt es "Azure Test Plans".
  • "Azure Artifacts" bezeichnet das Paket-Management und die Verbreitung.